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ACD/VPM
ACD/VPM-Kalender 2007
Rezensent: Kurt S. Denkena
Da ich vor einem Jahr die Kritiken zum ACD/SFN-Kaiender 2006 als Mitherausgeber besoeders gern (und aufmerksam) gelesen habe, ist es nun eine Selbstverständlichkeit, ein paar Eindrücke zum ACD/VPM-Kalender zu dokumentieren.
Choreographie des Erfolgs
0) Das Cover ist eine typische Gabriele Scharf-Arbeit - mit der Tendenz, beim Betrachten zu überlegen, ob man diese Zeichnung nicht schon gesehen hat... D.h. gerade die Atlan-Zeichnungen sehen sich relativ ähnlich - eine Weichzeichnerin, könnte man meinen.
Bewertung: GUT [nach dem Muster der PERRY RHODAN PERSPEKTIVE]
1) Alexander Braccu mit einer schönen s/w-Arbeit, schlicht und witzig - alles drauf, was da hingehört, prima.
Bewertung: GUT
2) Ralph Voltz mit einem reichlich abgekämpft wirkenden Atlan, sieht echt alt aus, Hintergrund mit dem Kampfeinsatz überzeugend, auch wenn mir nicht ganz klar ist, warum die Schärfe nach hinten hin abnimmt (liegt womöglich an der Atmosphäre).
Bewertung: GUT
3) Michael Gottfried präsentiert uns im angemessenen s/w einen jüngeren Atlan, der sich mit einigen Fischwesen oder so zu unterhalten scheint. Sein Oberkörper kommt mir etwas zu voluminös vor, auch dieser Schmuck(?) am Unterarm wirkt etwas seltsam. Sagt mir nicht so zu.
Bewertung: NICHT ÜBEL
4) Dirk Schulz versucht sich in einem Farbgemälde mit dem Übergang vom Kopf hin zum Sternenmeer, und die SOL muss auch noch drauf sein. Nettes Ding, auch die (eigentlich fast nur eine) Farbe kommt prima herüber.
Bewertung: GUT
5) Dietmar Krüger mit einem inhaltlich eher verstörenden Bild, weil, irgendwie passt es nicht, kommt mir wie ein Fantasybild vor. Atlan im Kampf mit einem Adler, der offensichtlich von einem Magier dirigiert wird. Derartige Handlungstränge gab es sicher in den Heften auch mal, hier kommt es mir etwas deplaziert vor, obwohl die Qualität der Zeichnung an sich 'gut' ist.
Bewertung: NICHT ÜBEL
6) Günter Puschmann zeichnet, hm, das ist ja gar nicht Atlan, sondern Brad Pitt - na sowas! Scheint über die Zeit nachzudenken, der Unsterbliche - man denkt aber unwillkürlich darüber nach, zu welchem Film mit dem Schauspieler diese Zeichnung wohl passen könnte. Mal schauen, was dann im Juni Besucher sagen werden, wenn sie dieses Blatt sehen.
Bewertung: NICHT ÜBEL
7) Swen Papenbrock mal in S/W, was ganz Neues! Schon wieder ein anderes Atlan-Gesicht, diesmal etwas weicher, aber relativ füllig, sozusagen gut im Futter... Bin erst relativ spät darauf gekommen, dass der weiße Strich über dem Wortzug 'USO' kein seltsames Akzentzeichen ist, sondern anscheinend eine Öffnung in dem Asteroiden - soll das etwa Quinto Center sein? Der Stützpunkt wirkt irgendwie so dick wie das Gesicht des Arkoniden.
Bewertung: GUT
8) Thomas Schelleke (wer issen das) mit einem gänzlich unerwarteten Thema, statt Atlan ein fighting Haluter mit armen Topsidern, die sicher keine Chance haben - beinahe schon ein Gemetzel! Die Dynamik stimmt, ein gewisser Witz ist auch drin, kommt irgendwie wie ein Comic.
Bewertung: GUT
9) Andreas Adamus mit schönen Menschen, äh, Arkoniden, Atlan offensichtlich sehr Jung, mit ebensolcher Gespielin. Schlicht, aber prima Linienführung, einfach ein schönes Bild! Und schön, dass unser Held seinen Joystick, äh seine Waffe bereit hält.
Bewertung: GUT
10) Gabriele Scharf mit ihrem Weichzeichnerstift - das Gesicht von Atlan sieht sehr weiblich aus, erinnern mich irgendwie an die Gesichtszüge Frodos, und der Hintergrund hat was von Mordor, nur etwas freundlicher.
Bewertung: GUT
11) Michael Wittmann mit einem Supermann, der wohl Atlan darstellen soll! Dynamische Strichführung, aber wenig Gehalt, außerdem frage ich mich, was dieser Typ da eigentlich macht.
Bewertung: NICHT ÜBEL
12) Alfred Kelsner in buntesten Farben, SOL im Hintergrund, aber was soll dieser Greifvogel - hab' ich da handlungsmäßig in einem Zyklus etwas verpasst? Dieser stierende Blick scheint einen Schuss Wahnsinn zu beinhalten, die Farbgebung erinnert an Rudi Wäscher's SIGURD. Echt, irgendwie weihnachtet es in dieser Zeichnung.
Bewertung: GUT
Allgemein gefällt mir dieses Wechsel von Farb- und S/W-Zeichnungen recht gut, ebenfalls, dass die Bilder ohne Rand erscheinen. Interessant, diesmal das A4-Hochformat zu wählen - scheint dazu zu verführen, fast nur Nahaufnahmen zu präsentieren. Die Texte unten zu diversen monatsgebundenen Heftfakten sind nette Erinnerungswerte, mehr aber eigentlich auch nicht. Und um mit Andy Schmid und seiner Kritik am Kalender 2006 zu sprechen, Titel zu den einzelnen Zeichnungen wären schon angebracht gewesen.
Und welches Bild ich mir aussuchen würde, wenn ich denn das Original erhalten dürfte (ohne Rücksicht auf den Stellenwert der Künstler)? In die Endauswahl kommen Braccu (Januar), Adamus (September) und Kelsner (Dezember) - immerhin 2 x S/W! Und da nun den Liebling zu wählen, echt die Qual der Wahl!! Und, oh Wunder: den Zuschlag erhält das Werk von Alexander Braccu - es atmet zudem den Geist der frühen Perryhefte, so um die 50-er Hefte herum. Fazit: prima Leistung, gute Mischung mit beachtlichen Ideen - aber es fehlt das ganz aus dem gewohnten Rahmen fallende; womit der Macher vom Kalender 2008 dann einen neuen Aspekt anpacken könnte...